Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Akademiebibliothek Biography of Gottfried Wilhelm Leibniz

Benutzungsordnung

Benutzungsordnung für die Akademiebibliothek der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vom 15. Oktober 1993

Das Plenum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat am 15. Oktober 1993 gemäß § 7 Abs. 1 der am selben Tag beschlossenen Bibliotheksordnung die folgende Benutzungsordnung für die Akademiebibliothek erlassen:


A. Allgemeine Bestimmungen

§ 1 Rechtscharakter des Benutzungsverhältnisses

§ 2 Benutzungsberechtigung

§ 3 Gebühren

§ 4 Öffnungszeiten

§ 5 Allgemeine Benutzungspflichten

§ 6 Haftung der Akademiebibliothek

§ 7 Datenverarbeitung

§ 8 Ausschluss von der Benutzung


B. Benutzung innerhalb der Akademiebibliothek

§ 9 Verhalten innerhalb der Akademiebibliothek

§ 10 Benutzung im Lesesaal, Präsenzbestand


C. Benutzung außerhalb der Akademiebibliothek

§ 11 Benutzungsausweise

§ 12 Allgemeine Ausleihbedingungen

§ 13 Ausleihverfahren

§ 14 Leihfristen

§ 15 Rückgabe

§ 16 Vormerkung

§ 17 Verlängerung der Leihristen

§ 18 Mahngebühren und Ersatzpflicht


D. Auswärtiger Leihverkehr

§ 19 Ausleihe an andere Bibliotheken

§ 20 Entleihe aus anderen Bibliotheken


E. Anfertigung von Reproduktionen

§ 21 Fotostelle der Akademiebibliothek


F. Sonderregelungen für besondere Benutzungsbereiche

§ 22 Ausleihe von Bibliotheksgut für Ausstellungen

§ 23 Edition oder Faksimilierung (Reprint) von Bibliotheksgut


G. Schlussbestimmungen

§ 24 Inkrafttreten

A. Allgemeine Bestimmungen

§ 1 Rechtscharakter des Benutzungsverhältnisses

Zwischen der Akademiebibliothek und den Benutzern wird ein öffentlich-rechtliches Benutzungsverhältnis begründet. Es erstreckt sich sowohl auf die zentrale Bibliothek der Akademie mit ihren Teilbibliotheken als auch auf die Handbibliotheken der Akademienvorhaben (in dieser Ordnung gemeinsam als "Akademiebibliothek" bezeichnet). Auf Mitglieder der Akademie sowie in den Akademienvorhaben Beschäftigte findet die Benutzungsordnung keine Anwendung.

§ 2 Benutzungsberechtigung

(1) Die Akademiebibliothek dient der Forschung, der Lehre und dem Studium. Voraussetzung für die Benutzung der Akademiebibliothek ist die Anerkennung der Benutzungsordnung. Die Anerkennung erfolgt durch Unterschrift bzw. durch die Inanspruchnahme der Akademiebibliothek. (2) Für die Benutzung der Akademiebibliothek durch nicht der Akademie, ihren Kommissionen und Arbeitsgruppen angehörigen Personen ist ein befristeter Benutzungsausweis auszustellen, der den Pförtnern vorzuweisen ist. Die Benutzung der Handbibliotheken der Akademienvorhaben muss dort besonders beantragt und genehmigt werden. Das Führen von Besucherbüchern ist unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Datenschutzbestimmungen zulässig. (3) Personen ab 18 Jahren und juristische Personen mit Wohnsitz/Sitz in Berlin und Brandenburg werden zur Ausleihe zugelassen, sofern ein wissenschaftliches, berufliches oder allgemeines Bildungsinteresse besteht.

§ 3 Gebühren

Die Benutzung der Akademiebibliothek ist in der Regel unentgeltlich. Für die Erhebung von Gebühren gilt die jeweils geltende Gebührenordnung für die Akademiebibliothek.

§ 4 Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten werden von der zentralen Bibliothek und den Handbibliotheken der Akademienvorhaben festgelegt und durch Aushang bekannt gegeben.

§ 5 Allgemeine Benutzungspflichten

(1) Das Bibliotheksgut und alle Einrichtungen sind sorgfältig und schonend zu behandeln und vor jeder Beschädigung zu bewahren. Es ist verboten, in den Werken Stellen an- oder auszustreichen, Randbemerkungen oder andere Eintragungen zu machen, Karten und Bilder durchzupausen usw. (2) Die Benutzer sind verpflichtet, bei der Aushändigung von Bibliotheksgut dieses auf den einwandfreien Zustand zu überprüfen und festgestellte Schäden bzw. das Fehlen von Beilagen dem Personal mitzuteilen. Es ist ihnen untersagt, Beschädigungen selbst zu beheben oder im eigenen Auftrag beheben zu lassen. (3) Die Benutzer sind verpflichtet, den Verlust eines ihnen ausgehändigten Werkes unverzüglich mitzuteilen. (4) Bei urheberrechtlich geschütztem Bibliotheksgut dürfen Reproduktionen nur für den persönlichen Gebrauch hergestellt werden. Für die Beachtung der urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Vorschriften sind die Benutzer verantwortlich. (5) Das Personal ist berechtigt, den Benutzern Weisungen zur Einhaltung der Benutzungsordnung zu erteilen, denen Folge zu leisten ist. (6) Das Personal kann die Benutzer auffordern, insbesondere den Benutzungsausweis oder den amtlichen Ausweis und den Inhalt von Aktenmappen, Handtaschen und ähnlichen Behältnissen vorzuzeigen. (7) Die Akademiebibliothek ist berechtigt, nicht fristgerecht freigemachte Schließfächer zu räumen. Die entnommenen Gegenstände werden als Fundsachen behandelt. Aufgefundene Werke aus dem Eigentum anderer Bibliotheken oder öffentlicher Sammlungen können auch an diese zurückgegeben werden.

§ 6 Haftung der Akademiebibliothek

(1) Die Akademiebibliothek haftet nicht für Schäden, die durch unrichtige, unvollständige, unterbliebene oder zeitlich verzögerte Dienstleistungen entstanden sind. (2) Eine Haftung für den Verlust oder die Beschädigung von Gegenständen, die von der Akademiebibliothek in Verwahrung genommen wurden, besteht nur, wenn die Gegenstände bis zum Ende der Öffnungszeiten der Akademiebibliothek zurückgefordert wurden und der Wert des Gegenstandes DM 2.000,- nicht übersteigt. Für Geld und sonstige Wertsachen sowie für in die Akademiebibliothek mitgebrachte Gegenstände wird keine Haftung übernommen. (3) Die Akademiebibliothek haftet nicht für Schäden, die durch unsachgemäße Handhabung von Hard- und Software und Datenträgern der Akademiebibliothek (z.B. Disketten) sowie an Dateien und Datenträgern der Benutzer (z.B. durch Virenprogramme) entstehen.

§ 7 Datenverarbeitung

(1) Für die Ausleihe aus der Akademiebibliothek werden folgende personenbezogene Daten verarbeitet: Name, Geburtsdatum, Anschrift und Benutzungsnummer. Die Verarbeitung von personenbezogenen Daten in der Akademiebibliothek erfolgt unter Beachtung der geltenden gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. (2) Auskünfte darüber, wer ein Werk entliehen hat sowie sonstige Auskünfte über einen Entleiher werden nicht erteilt.

§ 8 Ausschluss von der Benutzung

(1) Benutzer, die wiederholt die Leihfrist überschreiten, die Rückgabe entliehener Werke trotz Mahnung verweigern, fällige Kosten und Gebühren nicht bezahlen, Werke oder deren Teile widerrechtlich aus der Akademiebibliothek entfernen oder sonst in grober Weise gegen die Benutzungsordnung verstoßen, können zeitweise oder auf Dauer von der Ausleihe ausgeschlossen werden. (2) Sofern dem Ausschluss eine Mahnung oder Aufforderung vorausgeht, wird in ihr auf die Möglichkeit des Ausschlusses hingewiesen werden. (3) In besonders schwerwiegenden Fällen können die Benutzer zeitweise oder auf Dauer von der Benutzung der Akademiebibliothek ausgeschlossen werden. Der Präsident wird darüber informiert. (4) Der Ausschluss kann aufgehoben werden, wenn die Benutzer ihren Pflichten nachgekommen sind und keine Bedenken gegen die Annahme bestehen, daß sie dies auch künftig tun werden.


B. Benutzung innerhalb der Akademiebibliothek

§ 9 Verhalten innerhalb der Akademiebibliothek

(1) Die Benutzer haben alles zu unterlassen, was den ordnungsgemäßen Ablauf des Bibliotheksbetriebs stört. Vor Betreten der Lesesäle müssen Überkleider, Schirme, Mappen, Taschen und ähnliche Behältnisse abgegeben werden. Das Mitführen von Tieren ist nicht gestattet. (2) Im gemeinsamen Interesse aller Benutzer muss in allen Benutzungsbereichen der Akademiebibliothek, insbesondere in den Lesesälen der zentralen Bibliothek und den Handbibliotheken der Akademienvorhaben, größtmögliche Ruhe herrschen. Rauchen, Essen und Trinken sowie das Mitbringen von Lebensmitteln sind nicht gestattet, ebenso jedes Verhalten, das die Arbeit anderer stört oder erschwert. (3) Den Loseblattsammlungen und Ordnern dürfen keine Blätter, den Katalogen keine Katalogkarten entnommen werden. Katalog-Mikrofiches dürfen nicht aus dem Aufstellungsbereich der Geräte entfernt werden. Das ggf. von der Akademiebibliothek festgelegte Kopierverbot für bestimmte Werke ist zu beachten. (4) Die Benutzung von elektronischen Informationsmedien und -einrichtungen in der Akademiebibliothek unterliegt besonderen Bestimmungen, die durch Aushang bekannt gegeben werden. (5) Mitgebrachte Bücher, Zeitschriften u.ä. sind bei der Lesesaaleingangskontrolle unaufgefordert vorzulegen; die dann ggf. ausgegebenen Kontrollzettel sind sorgfältig aufzubewahren. Beim Verlassen des Lesesaals sind sämtliche mitgeführte Bücher, Zeitschriften u.ä. sowie ggf. die Kontrollzettel unaufgefordert vorzulegen. (6) Zur Aufbewahrung von Taschen, Büchern und anderen nicht verderblichen und nicht gefährlichen Materialien stehen Schließfächer zur Verfügung. Die Schließfächer außerhalb der Lesesäle dürfen nur bis zur Schließung des jeweiligen Bereiches der Akademiebibliothek am selben Tage benutzt werden. Im übrigen gelten für die Benutzung der Schließfächer die durch Aushang bekannt gegebenen Bestimmungen.

§ 10 Benutzung im Lesesaal, Präsenzbestand

(1) Die Magazinbestände der zentralen Bibliothek können über die Leihstelle in den Lesesaal bestellt werden. Sie sind dort in Empfang zu nehmen und dort nach jeder Benutzung zurückzugeben. Im übrigen gelten die §§ 12 - 18 sinngemäß.

(2) Nur im Lesesaal der zentralen Bibliothek sind grundsätzlich zu benutzen insbesondere: a) seltene und wertvolle Werke (Rara) b) Werke bis zum Erscheinungsjahr 1900 c) Werke mit losen Beilagen d) Großformate e) maschinenschriftliche Veröffentlichungen f) Loseblattsammlungen g) ungebundene Werke und andere Werke, die aus besonderen Gründen nur zur Benutzung im Lesesaal zugelassen werden können.

(3) Die Lesesaalbestände, die in den Arbeitsgruppen-Handapparaten stehenden Werke, die ungebundenen Zeitschriftenhefte, die in den Katalogbereichen zur freien Benutzung aufgestellte Informationsliteratur, die Bestände der Akademienvorhaben und die Bestände der TB GRA sind Präsenzbestände, die in der Regel nicht entleihbar sind.


C. Benutzung außerhalb der Akademiebibliothek

§ 11 Benutzungsausweise

(1) Persönliche Benutzer mit amtlich festgestelltem Wohnsitz in Berlin oder Brandenburg erhalten unter Vorlage des Personalausweises oder Passes in der Leihstelle einen Benutzungsausweis ausgestellt. Die Anerkennung der Benutzungsordnung ist durch Unterschrift zu bestätigen. (2) Für wissenschaftliche und sonstige Einrichtungen und juristische Personen mit Sitz in Berlin oder Brandenburg (Institutsbenutzer) wird auf Antrag ein Benutzungsausweis ausgestellt, der ausschließlich für ihre beruflichen, wissenschaftlichen etc. Zwecke benutzt werden darf. Die Anerkennung der Benutzungsordnung ist durch Unterschrift des Leiters und Stempel der Einrichtung zu bestätigen. Die Einrichtungen haften für das auf ihren Benutzungsausweis entliehene Bibliotheksgut. (3) Der von der Akademiebibliothek ausgestellte Benutzungsausweis bleibt Eigentum der Akademiebibliothek. Er ist bei Abmeldung zurückzugeben. (4) Der Benutzungsausweis ist nicht übertragbar. (5) Die Ausstellung des Benutzungsausweises kann mit Auflagen erfolgen, die Gültigkeitsdauer wird befristet. (6) Die Benutzer sind verpflichtet, Namens- und Anschriftenänderungen sowie den Verlust des Benutzungsausweises der zentralen Bibliothek unverzüglich mitzuteilen. Bis zur Verlustmeldung haftet der Benutzer, auf dessen Name der Benutzungsausweis ausgestellt wurde, für Schäden, die durch den Verlust oder durch den Missbrauch des verlorenen Benutzungsausweises entstehen. Für die Ausstellung eines Ersatzausweises wird eine Ausfertigungsgebühr nach Maßgabe der geltenden Gebührenordnung erhoben.

§ 12 Allgemeine Ausleihbedingungen

(1) Voraussetzung für die Ausleihe ist ein gültiger Benutzungsausweis. (2) Eine Ausleihe mit einem fremden Benutzungsausweis für den eigenen Gebrauch ist nicht statthaft und kann zum Ausschluss von der Benutzung führen. (3) Die Weitergabe entliehener Werke an Dritte ist nicht gestattet. Es haftet in jedem Fall der Benutzer, auf dessen Namen die Werke ausgeliehen wurden. (4) Die in der Akademiebibliothek vorhandenen Werke werden für die Ausleihe aus den nichtzugänglichen Magazinen bereitgestellt und dem Inhaber eines Benutzungsausweises in der Regel nach Hause ausgeliehen. (5) Beschränkt ausleihbar sind die in den Handbibliotheken der Akademienvorhaben aufgestellten Werke sowie die im 10, Abs. 3 aufgeführten Präsenzbestände. (6) Die Benutzer sind verpflichtet, auf die Übereinstimmung von Werk und Bestellung selbst zu achten. (7) Entliehene Mikroformen, Videos, Disketten und Tonträger dürfen nur auf handelsüblichen Geräten unter Beachtung der von den Herstellerfirmen vorgeschriebenen Voraussetzungen abgespielt bzw. benutzt werden. (8) Die Mitnahme von entliehenen Werken auf Reisen ist nur mit Einwilligung der zentralen Bibliothek gestattet. Verreist der Entleiher länger als sieben Tage, so hat er vor Antritt der Reise alle in der Leihfrist verlängerten Werke zurückzugeben. (9) Der einzelne Benutzer soll nicht mehr als 20 Werke zur gleichen Zeit ausgeliehen haben. Eine Überschreitung dieser Zahl bedarf der Genehmigung durch den Bibliotheksleiter.

§ 13 Ausleihverfahren

(1) Bei der Ausleihe ist der gültige Benutzungsausweis vorzulegen. (2) Die Akademiebibliothek ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, zu prüfen, ob Benutzer ihren eigenen Benutzungsausweis vorlegen. Zur Überprüfung kann die Akademiebibliothek zusätzlich auch die Vorlage des Personalausweises oder Passes verlangen. Ein fremder oder gesperrter Benutzungsausweis der Akademiebibliothek kann eingezogen werden. (3) Für die Entleihung aus den Magazinen nach Hause oder in die Lesesäle sind Bestellscheine vollständig und leserlich auszufüllen. Die richtige Signatur- bzw. Standortangabe ist Voraussetzung für die Erledigung der Bestellung (Signierpflicht). (4) Für jedes Werk, für dessen abweichende Auflagen oder Ausgaben und für nicht aufeinanderfolgende Einzelbände einer Zeitschrift ist ein eigener Bestellschein erforderlich. Dagegen können bis zu fünf zusammenhängende Bände eines Werkes oder einer Zeitschrift auf einem Bestellschein bestellt werden. (5) Telefonische Bestellungen werden nicht entgegengenommen. (6) Bestellungen mit Benutzungsausweisen gemäß 11 Abs. 2 müssen mit Namen, Stempel, Benutzungsausweisnummer und Unterschrift des Bestellers versehen sein. (7) Die Akademiebibliothek ist berechtigt, Bestellscheine, die nicht den oben genannten Bedingungen entsprechen, unerledigt zurückzugeben. Bestellscheine oder Benutzerangabe werden vernichtet. (8) Die bestellten Werke werden in der Regel höchstens 5 Öffnungstage bereitgelegt. Danach werden sie in das Magazin zurückgeschickt. Die Bestellscheine werden vernichtet. Behinderte können eine längere Frist vereinbaren. (9) Soweit es die Personalkapazität erlaubt, werden Sofortbestellungen ausgeführt. (10) Ist ein bestelltes Werk verliehen oder in der Akademiebibliothek nicht verfügbar, wird der Bestellschein mit einem entsprechenden Vermerk versehen zurückgegeben. (11) Die Magazine können nur in Ausnahmefällen und mit Erlaubnis betreten werden.

§ 14 Leihfristen

(1) Die Leihfrist beträgt in der Regel vier Wochen. Bei viel gebrauchten Werken bzw. Werken aus Handbibliotheken kann die Leihfrist verkürzt werden. (2) Behinderte erhalten auf Antrag eine Leihfrist von sechs Wochen. (3) Bei jeder Ausleihe wird das Werk mit einem Fristvermerk versehen, der die Benutzer auf den Rückgabetermin hinweist. (4) Aus dienstlichen Gründen kann die Akademiebibliothek ein entliehenes Werk jederzeit zurückfordern.

§ 15 Rückgabe

(1) Spätestens mit Ablauf der Leihfrist haben die Benutzer die entliehenen Werke unaufgefordert zurückzugeben oder die Leihfrist verlängern zu lassen. (2) Bei der Rückgabe entliehener Werke erhalten die Benutzer auf Wunsch eine Quittung für die Rückgabe. (3) Werden entliehene Werke auf dem Postwege oder durch Paketdienste zurückgegeben, so ist die Sendung, der die Anschrift des Absenders und ein Inhaltsverzeichnis beizulegen sind, eingeschrieben an die zentrale Bibliothek zu übersenden und ausreichend zu versichern.

§ 16 Vormerkung

Ein verliehenes Werk kann in der Leihstelle einmal vorgemerkt werden. Es werden bis zu drei Vormerkungen verschiedener Benutzer für ein Exemplar eines Werkes angenommen.

§ 17 Verlängerung der Leihfristen

(1) Die Leihfrist kann auf persönlichen oder schriftlichen Antrag verlängert werden, falls das Werk nicht durch andere Benutzer vorgemerkt wurde. Telefonische Anträge auf Verlängerung werden nur für behinderte Benutzer entgegengenommen. (2) Der schriftliche Antrag muss den Namen und die Benutzungsausweisnummer enthalten. Der Verlängerungsantrag ist so rechtzeitig an die zentrale Bibliothek zu stellen, dass das Werk spätestens mit Ablauf der Leihfrist zurückgegeben werden kann, wenn die Akademiebibliothek den Verlängerungsantrag abgelehnt hat. Die Entscheidung über den Verlängerungsantrag wird den Benutzern schriftlich mitgeteilt. Die Verpflichtung zur Rückgabe gemäß 15 Abs. 1 besteht auch dann, wenn die schriftliche Benachrichtigung bis zum Ablauf der Leihfrist nicht vorliegt. Erledigte Anträge werden nicht aufgehoben. (3) Werke, deren Leihfrist verlängert wurde, können jederzeit zurückgefordert werden. Sie sind dann spätestens an dem im Benachrichtigungsschreiben genannten Datum zurückzugeben. (4) Für jedes Werk sind nicht mehr als drei Verlängerungen zulässig. Danach ist für die weitere Benutzung das Werk vorzulegen und neu auszuleihen.

§ 18 Mahngebühren und Ersatzpflicht

(1) Bei Überschreitung der Leihfrist werden Mahngebühren gemäß der jeweils geltenden Gebührenordnung (Anlage) erhoben. (2) Die Mahnungen gemäß 1 der Gebührenordnung werden von der Akademiebibliothek zweiwöchentlich erstellt. (3) Für Werke, die nach dreimaliger Mahnung nicht zurückgegeben worden sind, kann unbeschadet der weiterbestehenden Rückgabeverpflichtung auf Kosten der Benutzer die Ersatzbeschaffung eingeleitet werden. Für die Ersatzbeschaffung werden Bearbeitungsgebühren gemäß der jeweils geltenden Gebührenordnung erhoben. (4) Für verlorengegangene Werke ist von den Benutzern unverzüglich ein Ersatzexemplar gleicher Auflage und Ausstattung wiederzubeschaffen, auch wenn ein persönliches Verschulden nicht vorliegt. Bis zur Verlustmitteilung bleibt Abs. 1 unberührt. Erfolgt die Ersatzbeschaffung nicht, übernimmt die Akademiebibliothek die Ersatzbeschaffung auf Kosten der Benutzer. Für die Ersatzbeschaffung wird eine Bearbeitungsgebühr nach Maßgabe der jeweils geltenden Gebührenordnung erhoben. Ist eine Ersatzbeschaffung nicht möglich, ist Schadensersatz nach den gesetzlichen Bestimmungen zu leisten. (5) Für die Beschädigung von Werken gelten die Absätze 3 und 4 entsprechend.


D. Auswärtiger Leihverkehr

§ 19 Ausleihe an andere Bibliotheken

Die Ausleihe von Werken der Akademiebibliothek an andere Bibliotheken im Regionalen, im Deutschen oder im Internationalen Leihverkehr unterliegt den Bestimmungen der geltenden Leihverkehrsordnungen.

§ 20 Entleihe aus anderen Bibliotheken

(1) Die Beschaffung von Werken durch den Regionalen, den Deutschen oder den Internationalen Leihverkehr unterliegt den Bestimmungen der geltenden Leihverkehrsordnungen. (2) Bestellungen für den Regionalen, den Deutschen oder den Internationalen Leihverkehr sind nur möglich, wenn der gewünschte Titel nicht im Akademiebereich vorhanden ist. Die Benutzer haben das Nichtvorhandensein an den Gesamtkatalogen der Akademiebibliothek vor Aufgabe einer Bestellung festzustellen (Signierpflicht). Die Anzahl der Bestellungen für einen Benutzer kann begrenzt werden. (3) Für Bestellungen im Leihverkehr sind die dafür vorgesehenen Formulare in Maschinenschrift auszufüllen. Außerdem sind die bibliographischen Angaben (Verfasser, Titel, Erscheinungsort und -jahr bzw. bei Aufsätzen die Zeitschrift mit Band-, Jahres- und Seitenangabe) der Veröffentlichung anhand von Bibliographien zu überprüfen bzw. - falls nicht möglich - die Informationsquelle anzugeben (Bibliographierpflicht). (4) Die von der Akademiebibliothek bei anderen Bibliotheken im Leihverkehr entliehenen Werke unterliegen den ggf. besonders festgelegten Benutzungsbedingungen der gebenden Bibliotheken; sonst gelten die Benutzungsbedingungen der Akademiebibliothek. (5) Für den Leihverkehr werden Gebühren gemäß der jeweils geltenden Gebührenordnung erhoben. Diese sind auch dann zu bezahlen, wenn bestellte und richtig gelieferte Sendungen trotz Aufforderung nicht abgeholt werden.


E. Anfertigung von Reproduktionen

§ 21 Fotostelle der Akademiebibliothek

(1) Die Akademiebibliothek fertigt im Auftrag der Benutzer Filme, Mikrofilme, Mikrofiches und Fotokopien aus ihren oder von ihr vermittelten Werken an. (2) Die Aufträge werden in der Leihstelle der zentralen Bibliothek entgegengenommen. (3) Für Foto- und Reproarbeiten werden Gebühren gemäß der jeweils geltenden Gebührenordnung erhoben. Diese sind auch dann zu bezahlen, wenn bestellte und richtig ausgeführte Arbeiten trotz Aufforderung nicht abgeholt werden.


F. Sonderregelungen für besondere Benutzungsbereiche

§ 22 Ausleihe von Bibliotheksgut für Ausstellungen

(1) Bibliotheksgut wird nur für wissenschaftliche oder kulturelle Ausstellungen an Institutionen ausgeliehen, deren Bonität gesichert ist, d.h. dass sie die Gewähr für eine korrekte Durchführung der Ausstellung bieten. (2) Bei der Ausleihe von Bibliotheksgut für Ausstellungen wird eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Akademiebibliothek als Leihgeber und dem Entleiher geschlossen. In der Vereinbarung werden insbesondere geregelt: die Dauer der Ausleihe, der Transport, die Art der Rückgabe, Sicherheiten des Ausstellungsortes inklusive evtl. konservatorische Auflagen, die Nicht-Weitergabe des Ausleihgutes an andere (Wander-) Ausstellungen, die Art der Wiedergabe des Leihgebers und des Ausleihgutes im Ausstellungskatalog samt Verpflichtung der kostenlosen Ablieferung eines Belegexemplars des Ausstellungskataloges. (3) Über das Ausleihgut wird durch den Entleiher eine Versicherung gegen alle Risiken (Transport "von Nagel zu Nagel" usw.) in der vom Leihgeber angegebenen Höhe abgeschlossen. In begründeten Fällen kann auf eine Versicherung verzichtet werden.

§ 23 Edition oder Faksimilierung (Reprint) von Bibliotheksgut

(1) Es gilt grundsätzlich, dass das Bibliotheksgut in seinem ursprünglichen physischen Zustand erhalten bleibt. Änderungen - z.B. Herausnehmen aus dem alten Einband zum Zweck eines Reprints und Neubindung - müssen in jedem einzelnen Fall in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden. Für die Beachtung der Urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Vorschriften ist der Entleiher verantwortlich. (2) Für eine Edition wird eine Vereinbarung getroffen, die insbesondere die langen Ausleihfristen zum Zweck einer wissenschaftlichen Edition (Handschriften usw.) berücksichtigt, die Sicherung am Bearbeitungsort klärt, die Bewahrung des ursprünglichen physischen Zustands sichert und die kostenlose Überlassung von zwei Belegexemplaren der Edition festhält. (3) Die zu treffende Vereinbarung für Faksimilierung bzw. Reprint regelt insbesondere: die Dauer der Überlassung, die Behandlung des Bibliotheksgutes im Verlag, die jeden nicht verabredeten und nicht schriftlich festgehaltenen Eingriff in den physischen Zustand des Werkes verbietet sowie die kostenlose Überlassung von zwei Belegexemplaren. Auf der Rückseite des Nachdruck-Titelblattes erscheint der Hinweis, dass der Nachdruck nach dem Exemplar der ausleihenden Bibliothek hergestellt ist. Bei Verzicht auf die kostenlose Überlassung der Belegexemplare oder bei großen Objekten kann auch ein Geldbetrag bzw. eine Gutschrift für Buchbestellungen aus dem entsprechenden Verlag vereinbart werden.


G. Schlussbestimmungen

§ 24 Inkrafttreten

Diese Ordnung tritt am 1. November 1993 in Kraft.

gez. Diepold Salvini-Plawen Diepold Salvini-Plawen Generalsekretär


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contact | Last update: 10.03.2005